
„Das schaffst du nie.“ „Typisch du.“ Fast jeder kennt diese innere Stimme, die kommentiert, vergleicht, abwertet. Sie fühlt sich an wie die Wahrheit, dabei ist sie ein Gedanke. Und Gedanken kann man bemerken, statt ihnen blind zu folgen.
Warum es ihn überhaupt gibt
Der innere Kritiker ist oft ein altes Schutzprogramm: Wer sich streng kontrolliert, will Ablehnung und Fehler vermeiden. Die Absicht ist Schutz, die Wirkung ist Druck. Ihn zu bekämpfen macht ihn meist lauter. Leichter wird es, ihn zu entlarven.
Bemerken statt glauben
Der erste Schritt ist, die Stimme zu erkennen: „Aha, da ist wieder dieser Gedanke.“ Schon dieses kleine Innehalten schafft Abstand. Sie sind nicht der Gedanke, Sie hören ihn.
Drei Werkzeuge
- Benennen: „Das ist mein innerer Kritiker.“ Distanz durch Sprache.
- Freund-Test: „Würde ich das so zu einem Freund sagen?“ Meistens nicht, dann gilt es auch für Sie nicht.
- Umformulieren: aus „Ich versage immer“ wird „Das hier ist mir gerade nicht gelungen.“
So fangen Sie an
Beobachten Sie einen Tag lang, wie Sie innerlich mit sich sprechen, ohne es zu bewerten. Allein das Bemerken verändert etwas. Tiefer geht es mit der Selbstmitgefühls-Pause.
Allgemeine Impulse zur Selbsthilfe, kein Ersatz für Therapie oder ärztliche Behandlung. Bei anhaltendem Leidensdruck wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder eine psychotherapeutische Praxis. Telefonseelsorge rund um die Uhr: 0800 111 0 111.
