
Dieselben Gedanken, wieder und wieder, ohne Lösung, das ist Grübeln. Es fühlt sich produktiv an („ich kläre das gerade“), bleibt es aber nicht: Es verschärft Stress und drückt die Stimmung. Der Ausstieg gelingt seltener durch mehr Denken als durch einen Richtungswechsel.
Grübeln und Problemlösen
Problemlösen führt zu einem Schritt: einer Entscheidung, einer Handlung. Grübeln dreht sich um Fragen ohne Antwort („Warum ich?“, „Was wäre wenn?“) und endet in Erschöpfung. Die Frage hilft: Komme ich gerade einer Lösung näher, oder drehe ich nur?
Vier Ausstiege
- Sorgen-Fenster: dem Grübeln täglich 15 feste Minuten geben, außerhalb wird vertagt.
- In die Sinne wechseln: die 5-4-3-2-1-Übung holt Sie aus dem Kopf zurück.
- Aufschreiben: Gedanken auf Papier verlieren ihren Sog.
- Bewegung: ein kurzer Spaziergang unterbricht die Schleife körperlich.
Gedanken sind keine Fakten
Abstand entsteht, wenn Sie formulieren: „Ich habe gerade den Gedanken, dass …“ statt „Es ist so.“ Sie dürfen den Gedanken bemerken, ohne ihm zu glauben.
So fangen Sie an
Richten Sie sich ein Sorgen-Fenster ein und nutzen Sie beim nächsten Gedankenkarussell die 5-4-3-2-1-Übung.
Allgemeine Impulse zur Selbsthilfe, kein Ersatz für Therapie oder ärztliche Behandlung. Bei anhaltendem Leidensdruck wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder eine psychotherapeutische Praxis. Telefonseelsorge rund um die Uhr: 0800 111 0 111.
